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Folge 03815. Dezember 20255 Min.

Schriften verkaufen: So wirkt Dein Branding sofort Premium

Marco Rubios Schriftwechsel im US-Außenministerium zeigt: Schon die Schriftart ist ein Kauf-Trigger. Serif oder Sans Serif entscheidet über Status, Nähe und Lesbarkeit.

MarketingPositionierungKommunikation
Cover des Podcasts „psychologie, die verkauft" von Matthias Bullmahn

Deine Schrift verkauft, bevor du ein Wort sagst.

Shownotes

Darum geht's

Als US-Außenminister Marco Rubio anordnete, im Ministerium Calibri gegen Times New Roman zu tauschen, ging es um mehr als Geschmack. Matthias nimmt das zum Anlass, um zu zeigen, warum die Schriftwahl ein echter Kauf-Trigger ist – und wie Serifen- und serifenlose Schriften Status, Nähe und Lesbarkeit beeinflussen.

Das nimmst du mit

  • Serifenschriften wie Times New Roman – wirken edel und pompös, passen gut zum roten (und teils blauen) Motivkompass-Feld.
  • Serifenlose Schriften wie Calibri – klar und aufs Wesentliche reduziert, gut geeignet für ein grünes oder gelbes, menschenzentriertes Motivfeld.
  • Lesbarkeit vs. Statement – Serifenschriften können für Menschen mit Leseschwäche schwerer zu lesen sein; wäge das bewusst gegen die gewünschte Wirkung ab.
  • Barrierefreiheit ist mittlerweile Pflicht – ab einer bestimmten Unternehmensgröße müssen Webangebote für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung zugänglich sein.
  • Ein stimmiges System – Schrift, Farben, Bilder und Aussagen müssen zusammenpassen, nicht nur nebeneinander existieren. Am besten mit einem erfahrenen Grafiker abstimmen, ChatGPT kann dabei unterstützen.

Kapitelübersicht

  • 00:00 – Marco Rubio und der Schriftwechsel im US-Außenministerium
  • 00:32 – Serifenschriften vs. serifenlose Schriften erklärt
  • 01:22 – Barrierefreiheit vs. Statement: das Für und Wider
  • 01:38 – Motivkompass: Welche Schrift zu welchem Farbtyp passt
  • 02:38 – Weihnachtsbriefe und die eigene Schriftwahl
  • 03:15 – Lesbarkeit und gesetzliche Barrierefreiheits-Pflicht
  • 04:19 – Fazit: Schrift, Farben und Bilder aus einem Guss

Transkript der Folge

Automatisch transkribiert und redaktionell überarbeitet. Kann vom gesprochenen Wort abweichen.

Mit dieser Schrift gewinnst du neue Kunden. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „Psychologie, die verkauft" mit mir, Matthias Bullmahn. Und heute greife ich einmal das neueste Thema aus den Vereinigten Staaten von Amerika auf, nämlich: Marco Rubio will die Schriften umstellen und will Calibri rauswerfen – das ist eine Art Schriftart – und möchte stattdessen Times New Roman einführen. Jetzt haben sich viele gedacht: Ja, und was ist denn das Problem?
Einmal kurz zur Erläuterung: Es gibt – und ich wusste das früher auch nicht – Serifenschriften. Das bedeutet, wenn du eine Schrift siehst und da sind irgendwie noch so ein paar kleine Verlängerungen dran, die ein bisschen edel aussehen, im Gegensatz zu Calibri, die sehr klar und deutlich ist, dann hast du eine Serifenschrift, unter anderem Times New Roman. Und jetzt will er, dass Calibri in seinem Ministerium nicht mehr verwendet wird, sondern Times New Roman. Auf der einen Seite haben sich schon Behindertenverbände gemeldet und gesagt, das sei nicht so gut, weil sich lesebehinderte Menschen bei Calibri besser auf das Wesentliche konzentrieren können, während bei Times New Roman so viel Schnickschnack dran ist – was auch stimmt. Auch Forscher haben gesagt, das sei nicht so gut für lesebehinderte Menschen.
Auf der anderen Seite geht es aber natürlich auch immer ums Statement und ums Branding. Und das ist jetzt sehr wichtig für dich: Du musst für dich entscheiden, wie du wirken willst. Calibri ist eine gute Schriftart, Times New Roman eben auch. Mit Times New Roman möchte er edel und etwas pompöser wirken. Wenn wir auf den Motivkompass gucken, sind wir da zumindest im roten Motivfeld – wir könnten auch noch ins Blaue reingehen, aber auf jeden Fall ist das rote Motivfeld, wo es edel und pompös sein soll, mit Times New Roman definitiv gut bedient. Grün und Gelb sind eher menschenzentriert, und da wäre auch Calibri in Ordnung.
Das heißt für dich: Du musst dir nicht nur überlegen, wie du deine Kunden oder Interessenten ansprichst und mit wem du zusammenarbeiten willst – „Herzlich willkommen" ist ja schon die eine oder andere Überlegung wert –, sondern es geht beim Branding eben auch darum, wie du rüberkommst. Ich gucke mir gerade selbst meine Schrift an – ich glaube, ich habe keine Serifenschrift. Ich habe mir darüber ehrlich gesagt auch nie Gedanken gemacht, das gebe ich jetzt ganz freimütig zu, bis ich diesen Artikel gelesen und mir die beiden Schriften angeguckt habe und dachte: Ja, stimmt, Calibri ist eben nicht so edel wie Times New Roman.
Auch für deine Weihnachtsbriefe ist das übrigens wichtig – wenn wir ein festliches Ereignis haben, macht es Sinn, vielleicht auch eine festliche Schrift zu nutzen. Wichtig ist dabei immer auch die Lesbarkeit: Comic Sans oder Ähnliches ist dann vielleicht nicht das Richtige, aber wie gesagt, je nach Zielgruppe. Wichtig ist allerdings, wenn du auch für Menschen mit Lesebehinderung oder Leseschwäche sichtbar sein willst, dass du dir dazu Gedanken machst. Es gibt inzwischen ja auch die Verpflichtung, Webseitenangebote ab einer bestimmten Unternehmens- und Umsatzgröße für Menschen zugänglich zu machen, die im Bereich Lesen und Hören eingeschränkt sind. Ganz wichtig – lass dich da am besten von jemandem beraten, der das Handwerk gelernt hat, meistens sind das professionelle Grafiker. Natürlich kann dir auch ChatGPT dabei helfen und unterstützen, aber ich empfehle trotzdem, mit Grafikern zusammenzuarbeiten, weil das Ganze im gesamten Kontext Sinn ergeben muss: Deine Aussagen, deine Fotos, deine Bilder, deine Schriften, deine Farben – das muss alles zusammenpassen und darf nicht einfach nur zusammengeklatscht sein.
Also, auch heute mal wieder eine kurze Folge, nur fünf Minuten – oder in Anführungszeichen „nur", denn bei mir gibt es natürlich nur Content, der ballert: Bämm-Bämm statt Blabla. Deswegen gibt es heute eine Fünf-Minuten-Folge über das Thema, wie Schriften deine Kunden anziehen oder eben auch nicht. Wir halten also fest: Es gibt Serifenschriften wie zum Beispiel Times New Roman. Es gibt serifenlose Schriften, die sehr klar und aufs Wesentliche beschränkt sind, wie zum Beispiel Calibri. Dazwischen gibt es noch Millionen andere, und du darfst für dich entscheiden, wie du nach außen wirken willst. Wenn du auf jeden Fall edel wirken willst, dann machen Serifenschriften wie Times New Roman natürlich Sinn – es gibt aber natürlich auch andere.
In diesem Sinne: Hab eine geile Woche, ich wünsche dir ganz viel Erfolg, auch im Rahmen des Weihnachtsfestes. Es gibt aber vorher noch eine kleine Weihnachtsfolge, denn jede Woche Montag heißt es wieder: Herzlich willkommen bei einer neuen Folge von „Psychologie, die verkauft" mit mir, Matthias Bullmahn. In diesem Sinne, tschüss, tschüss, ciao und auf Wiederschauen.