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Die härteste Schule

Die härteste Schule: Verhandeln, wenn Du keine Macht hast

Kein Budget, kein Titel, keine Verbündeten. Genau dort entscheidet sich, ob Du verhandeln kannst oder nur fordern.

Auf den Punkt: Wer keine Macht hat, verhandelt über andere Währungen: Information, Verlässlichkeit und Beziehung. Diese wirken langsamer als Druck, aber sie halten länger. Die vier Regeln daraus funktionieren im Einkaufsgespräch genauso wie überall sonst, wo Du der kleinere Teil am Tisch bist.

Die meisten Verhandlungsratgeber setzen etwas voraus, das viele nicht haben: einen Hebel. Ein Budget, eine Alternative, eine Position. Was aber, wenn nichts davon da ist?

Ich habe fünfeinhalb Jahre in der Kinder- und Jugendpsychiatrie verbracht, ab elf. Kein Budget, kein Name, keine Verbündeten. Was ich dort gelernt habe, ist keine Methode aus einem Seminar, sondern die Erfahrung, dass es auch ohne Hebel geht. Langsamer, aber es geht.

Verhandeln ohne Hebel

Ohne Macht fällt der schnelle Weg weg. Du kannst nichts androhen, nichts versprechen, was Geld kostet, und Du kannst nicht einfach gehen.

Was bleibt, ist die Frage, warum Dein Gegenüber Dir überhaupt zuhören sollte. Gary Noesner, ehemaliger Chefverhandler des FBI, hat das in einen Satz gefasst: Du musst Dir das Recht auf Einfluss erst verdienen. Vorher ist jedes Argument nur Geräusch.

Die drei Währungen

  • Information. Wer mehr weiß als die anderen, hat einen Hebel, der nichts kostet. Zuhören ist die billigste Form von Vorbereitung.
  • Verlässlichkeit. Zehn kleine Zusagen, zehnmal gehalten. Das ist Autorität, die niemand verleihen muss und niemand entziehen kann.
  • Beziehung. Nicht Sympathie, sondern Berechenbarkeit. Menschen einigen sich eher mit jemandem, dessen nächsten Schritt sie kennen.

Die vier Regeln

  1. Erst verstehen, dann fordern. Wer zuerst fordert, verrät seine Position und bekommt eine Gegenposition. Kalibrierte Fragen kosten nichts und bringen alles.
  2. Klein anfangen. Die erste Einigung muss winzig sein. Sie ist kein Ergebnis, sie ist ein Beweis, dass Einigung möglich ist.
  3. Nie überziehen. Ein gewonnener Punkt zu viel kostet Dich die nächsten fünf. Wer ohne Macht gewinnt, muss den anderen das Gesicht wahren lassen.
  4. Den Zeitraum verlängern. Druck wirkt kurzfristig. Wer die Sache über Wochen denkt, schlägt den, der sie heute erledigen will.

Warum die BATNA anders wirkt

Die BATNA, also Deine beste Alternative, gilt als der zentrale Hebel in jeder Verhandlung. Ohne Macht ist sie oft schwach. Deshalb wird sie häufig ignoriert, und genau das ist der Fehler.

Auch eine schwache Alternative muss benannt sein, bevor das Gespräch beginnt. Sie verhindert nicht das schlechte Ergebnis, aber sie verhindert, dass Du mitten im Gespräch anfängst, Dir Deine Grenze schönzureden. Den Verhandlungsraum dazwischen beschreibt die ZOPA.

Übertrag auf Dein Geschäft

SituationReflexBesser
Großkunde drückt den Preisnachgeben oder trotzig werdenLeistung reduzieren statt Preis
Einkauf setzt eine Fristhetzenfragen, woraus die Frist entsteht
Kein Zugang zum Entscheiderdrängenden Nützlichen nützlich machen
Du bist der kleinste AnbieterGröße vortäuschenVerfügbarkeit und Tempo als Währung setzen

Wo der Vergleich endet

Ein Hinweis, damit hier nichts romantisiert wird: Eine Kindheit im Heim ist kein Trainingsprogramm, und niemand sollte sie sich wünschen, um verhandeln zu können.

Was sich übertragen lässt, ist eine Beobachtung, keine Empfehlung: Dass Einfluss auch ohne Position entsteht, wenn jemand berechenbar ist und zuhört. Diese Beobachtung gilt am Verhandlungstisch. Der Rest gehört nicht dazu.

Häufige Fehler

  • Fordern, bevor überhaupt klar ist, worum es dem anderen geht.
  • Die eigene Untergrenze erst im Gespräch festlegen.
  • Einen Punkt zu viel gewinnen und damit die Beziehung verbrauchen.
  • Freundlichkeit als Strategie einsetzen und Verlässlichkeit vergessen.
  • Unter Zeitdruck entscheiden, den jemand anders gesetzt hat.
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Häufige Fragen zum Verhandeln ohne Macht

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Über den Autor

Matthias Christian Bullmahn

Verkaufspsychologie, Storytelling und Verhandlung

Matthias Christian Bullmahn, TÜV-zertifizierter Experte für Verkaufspsychologie
TÜV-zertifizierter Experte für VerkaufspsychologieCEBN®-zertifizierter VerhandlerFBI-Crisis-Negotiation geschultMimikresonanz® & Motivkompass©10.000+ trainierte MenschenCo-Autor Springer Gabler

Matthias Christian Bullmahn unterstützt Coaches, Berater, Agenturen, Selbstständige und KMUs dabei, sich als unverwechselbare Marke zu positionieren, ihre Preise selbstbewusst durchzusetzen und Premium-Wunschkunden zu gewinnen, die bleiben. Seine Überzeugung: Menschen kaufen von Menschen, nicht von Angeboten. Dafür verbindet er wissenschaftlich fundierte Verkaufspsychologie mit Storytelling und Verhandlungstechniken, die in der Praxis wirklich funktionieren.

Matthias Christian Bullmahn ist TÜV-zertifizierter Experte für Verkaufspsychologie, ausgebildet bei Matthias Niggehoff, einem der bekanntesten, auch aus dem Fernsehen bekannten Verkaufspsychologen im deutschsprachigen Raum. Er ist zudem CEBN®-zertifizierter Verhandler, zertifiziert bei Andreas Winheller, und zertifizierter Storytelling-Coach.

Seine ersten Berührungspunkte mit professionellem Verhandeln sammelte er bei Scotwork (weltweit ältester Verhandlungsspezialist, seit 1975). Anschließend bildete er sich konsequent zum Verhandlungsexperten weiter bei Andreas Winheller (ausgebildet am Harvard Program on Negotiation, PON), dessen Ansatz konsequent wissenschaftlich fundiert ist.

In einem gemeinsamen Training von Andreas Winheller und dem ehemaligen FBI-Chefverhandler Gary Noesner wurde er persönlich im FBI-Crisis-Negotiation-Konzept geschult. Sein Wissen vertiefte er in einem Seminar bei Nicky Perfect (ehemalige stellvertretende Leiterin der Hostage & Crisis Negotiation Unit von New Scotland Yard) sowie auf Workshops und Vorträgen auf der Negoticon in Prag. In seiner Laufbahn hat er Verträge mit zweistelligen Millionenbudgets verhandelt.

Storytelling lernte er bei Bernhard Kalhammer und Grimme-Preisträger Uwe von Grafenstein (Programm „Geschichten, die verkaufen“), nach dem Prinzip der Heldenreise, das auch Hollywood und Disney nutzen. Für die motivorientierte Kundenansprache nutzt er den wissenschaftlich fundierten Motivkompass© von Dirk Eilert; bei Eilert ist er zudem in Mimikresonanz® und emTrace® ausgebildet, dem präzisen Lesen von Mimik und Emotionen.

Über 10.000 trainierte Personen aus Konzernen, Behörden, dem Mittelstand und der Selbstständigkeit sowie seine Tätigkeit als Co-Autor des Springer-Gabler-Verlags unterstreichen seine langjährige Praxiserfahrung. In seinem Podcast „psychologie, die verkauft“ vermittelt er praxisnahes Wissen zu Verkaufspsychologie, Storytelling und Verhandlungsführung. Weitere Informationen unter www.matthiasbullmahn.de/presse.

Matthias Christian Bullmahn steht für Interviews, Expertenstatements und Hintergrundgespräche zu den Themen Verkaufspsychologie, Verhandlungsführung und Unternehmenskommunikation zur Verfügung.

Pressekontakt

Matthias Christian Bullmahnpresse@bullmahnconsulting.de+49 162 3786 024www.matthiasbullmahn.de/presse